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Abschied eines Idols - Hagi: "Eine Menge Prestige erarbeitet"

Feuerwerk auf Rasen und Rängen

Bukarest - Ein Feuerwerk tauchte die letzten Minuten beim Abschiedsspiel von Gheorghe Hagi in ein schillerndes Licht: Zuvor hatte der 36 Jahre alte Fußballstar beim 2:2 der rumänischen WM-Elf von 1994 über eine Welt-Auswahl vor 65.000 Zuschauern im Stadion Lia Manoliu zum letzten Mal sein eigenes Feuerwerk auf dem Rasen gezündet. Seine Brillanz hatte der "Karpaten-Maradona" wie in besten Zeiten aufblitzen lassen und unter anderem die beiden Tore durch Viorel Moldowan und Iosef Rotariu vorbereitet.

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Doch das Ergebnis war am Dienstagabend Nebensache. Im Vordergrund stand der Abschied eines Spielers, der über die Grenzen der Fußballplätze hinaus zum Idol aufgestiegen ist. "Er ist ein geborener Anführer", sagte Bülent Korkmaz von Galatasaray Istanbul über seinen Teamkollegen. Wohl war. Nach dem Einsturz des Kommunismusses in Rumänien avancierte Hagi zu einer lebenden Legende, zu der die Menschen aufschauen konnten.

"Ich habe mir eine Menge Prestige erarbeitet. Diese Dinge sind wichtiger als all das Geld, dass ich verdient habe", sagte Hagi. Doch der Mittelfeld-Regisseur polarisierte in seiner 18 Jahre dauernden Fußball-Karriere mit den Stationen Bukarest, Brescia, Barcelona, Madrid und Istanbul auch Fans und Kritiker.

Korruption und Spielabsprachen angeprangert

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Abseits des Spielfeldes wurde der liebevolle Familienvater zum unbequemen Querulanten, der mutig Korruption und Spielabsprachen im rumänischen Fußball beim Namen nannte. Auf dem Platz war Hagi einerseits der geniale Spielmacher, andererseits der unbeherrschte Heißsporn. Es war symptomatisch, dass Hagi in seinem letzten Länderspiel beim 0:2 im Viertelfinale der Euro 2000 gegen Italien nach einer Unsportlichkeit die Rote Karte sah.

"Ich denke, dass ich den Leuten wegen meiner schönen Tore in Erinnerung bleiben werde, aber auch wegen meiner Unbeherrschheiten", gibt Hagi zu: "Ich bin in armen Verhältnissen aufgewachsen, vielleicht haben mich unfaire Aktionen deshalb so in Rage gebracht."

Welch einen Stellenwert Hagi in Rumänien genießt, war am Dienstag unübersehbar: Es war das erste Abschiedsspiel, das einem Fußballer in der rumänischen Geschichte gewährt wurde. Und das wohl größte Spektakel, das jemals in Rumänien stattgefunden hat. Eine Laser-Show kostete allein über eine halbe Million Mark.

"Ein schönes Fest, aber auch ein trauriger Tag"

Vor dem Spiel bekam Hagi, der in 125 Länderspielen 35 Tore erzielte, von Staatspräsident Ion Iliescu den Nationalorden verliehen. Hagis fünfjährige Tochter durfte die Nationalhymne singen und Stars wie Ion Tiriac, Ilie Nastase und Nadia Comaneci machten ihre Aufwartung.

In die Feierlichkeiten mischte sich aber auch Wehmut. "Es ist ein schönes Fest, aber auch ein trauriger Tag für den rumänischen Fußball", brachte es Frankreichs Fußball-Idol Michele Platini auf den Punkt.

Der endgültige Abschied von der Fußball-Bühne steht Hagi zum Saisonende in Istanbul bevor. Hagi: "Ich möchte noch einmal Meister mit Galatasaray werden, danach strebe ich eine Laufbahn als Trainer an."

sid - Fotos: AP

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Zuletzt geändert am 25. April 2001 17:40 von aj

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