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So 08.07.2001

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Fecht-EM: Zwei Mal Gold zum Abschluss
Gold für die Säbel-Damen (von Samstag)
Aus für Bauer und Kothny (von Freitag)

Deutsche Fechter hieb- und stichfest:

Zwei Mal Gold zum EM-Abschluss

Koblenz - Die deutschen Fechter haben zum Abschluss der Europameisterschaften in Koblenz hieb- und stichfest zwei Goldmedaillen geholt. Ausgerechnet das bisherige Stiefkind namens Damensäbel verhalf den Gastgebern am Samstag zum ersehnten ersten Titel. Das Herrenflorett-Team gewann am Sonntagnachmittag Gold durch ein souveränes 45:31 über Belgien.

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Goldjungs (v.l.): Ralf Bissdorf, Lars Schache, Dominik Behr und Christian Schlechtweg.

Ralf Bißdorf (Heidenheim), Christian Schlechtweg (Berlin), Lars Schache und Dominik Behr (beide Tauberbischofsheim) kamen auf dem Weg zum Titel nur beim Halbfinal- Krimi gegen Angstgegner Polen (45:44) in Bedrängnis. "Gold im eigenen Land zu holen ist ein Traum. Die neue Mannschaft hat ein Exempel für die WM im November statuiert", freute sich Bißdorf, der sich am Freitagabend im Einzel EM-Bronze gesichert hatte.

Damit gewann die Mannschaft des Deutschen Fechter-Bundes (DFeB) je zwei Gold-, Silber- und Bronzemedaillen. Hinter Italien und Russland bedeutete das Rang drei in der Medaillenwertung. "Wir sind insgesamt sehr zufrieden, auch wenn wir Enttäuschungen wie das frühe Aus in der Damenflorett-Mannschaft erleben mussten", resümierte DfeB-Präsident Gordon Rapp, der die Weltmeisterschaft 2005 nach Deutschland holen will. Die Herrensäbel-Mannschaft belegte am Sonntagabend ohne den wegen einer Magen-Darm-Infektion zu geschwächten Olympia-Dritten Willy Kothny nach einer unglücklichen 44:45-Niederlage gegen Ungarn Platz vier. Im Finale standen sich Weltmeister Frankreich und Olympiasieger Russland gegenüber.

"Damensäbel ist attraktiv"

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Ralf Bissdorf (r) trifft den Belgier Cedric Gohy.

Die Säbeldamen traten am Samstagabend durch ein 45:41 im Finale gegen Vize-Weltmeister Italien aus dem Schattendasein einer nicht- olympischen Sportart heraus. Die EM-Zweite im Einzel, Sandra Benad (Eislingen), Susanne König (Tauberbischofsheim) und Stefanie Kubissa (Kenten) erfochten den ersten internationalen Säbel-Titel und betrieben Werbung für ihre noch junge Sportart, die um Aufnahme ins olympische Wettkampfprogramm kämpft. "Wir sind so eine geniale Mannschaft. Damensäbel ist attraktiv und gehört einfach dazu", jubelte Sandra Benad unter zustimmenden Kopfnicken aller Beteiligten.

Neben ihr riss vor allem die erst 16-jährige Stefanie Kubissa die Zuschauer zu Ovationen hin. Unbekümmert, als ob es um eine Vereinsmeisterschaft ging, versetzte die Schülerin der Weltklasse- Konkurrenz Hieb um Hieb. "Dieses Mädchen ist ein Knaller", begeisterte sich Teamchef Matthias Behr an der ehemaligen deutschen Kegel-Jugendmeisterin, die am Niederrhein erst vor zwei Jahren den Säbel in die Hand nahm. "So locker und lustig bin ich eigentlich immer", versicherte Kubissa und fand an ihrer Kaltschnäuzigkeit nichts Besonderes. Bundestrainer Martin Mündt lobte das "Küken" der Mannschaft: "Die ficht ohne Furcht und Angst, setzt alles sofort um."

Degendamen waren das Sorgenkind

Die Degendamen waren in Koblenz das Sorgenkind und wiederholten ihr Einzel-Debakel im Mannschafts-Wettbewerb. Katja Nass (Offenbach), Imke Duplitzer (Heidenheim) und Britta Heidemann (Leverkusen) patzten mit 44:45 gegen das allenfalls zweitklassige Großbritannien. "Das waren nicht die Fechterinnen, die wir kennen. Wir sind jetzt ganz unten im Tal", sagte Bundestrainer Manfred Kaspar fassungslos. Teamchef Behr wollte der Schlappe noch etwas Gutes abgewinnen: "Jetzt kann man Dinge, die man im Kopf hatte, offener diskutieren."

Die tragische Gestalt war Schlussfechterin Katja Nass, die einen 40:36-Vorsprung noch aus der Hand gab. "Ich weiß nicht, warum ich Angst gehabt habe. Es tut mir für die Mannschaft so leid", schluchzte Nass noch Stunden nach dem Drama. In der Endabrechnung belegte die deutsche Mannschaft Platz neun. Europameister wurde Ungarn nach einem 45:36 im Finale gegen Russland.

dpa - Fotos: AP

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Zuletzt geändert am 8. Juli 2001 19:18 von aj

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