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Di 07.08.2001
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400-Meter-Finale: Nobody aus Deutschland ist Vize-WeltmeisterIngo Schultz schafft die Sensation
Edmonton - Erst als Ingo Schultz auf die Anzeigentafel im Commonwealth Stadium von Edmonton schaute, begriff der 400-m-Läufer, dass er Vizeweltmeister war und griff sich an den Kopf. "Das ist unglaublich. Ich kann es nicht fassen", jubelte der für die LG Olympia Dortmund startende Hamburger. Beinahe hätte Schultz noch die Nachfolge des neunfachen WM-Goldmedaillengewinners Michael Johnson (USA) angetreten. Am Ende lag nur Avard Moncur von den Bahamas in 44,64 Sekunden vor ihm. Der Nobody aus Deutschland gewann in 44,87 völlig überraschend Silber vor dem Jamaikaner Gregory Haughton (44,98). Schultz wollte nur das Halbfinale erreichen "Ich bin hierher gekommen, um das Halbfinale zu erreichen", staunte Schultz. Das hatte der deutsche Vizemeister mit 44,66 gewonnen - die drittbeste Zeit, die jemals ein Deutscher über die Stadionrunde gelaufen war. "Gestern habe ich zum ersten Mal seinen Namen gehört", meinte Moncur. Kurz vor dem Ziel konnte Schultz noch Haughton "umhauen", wie er sich selbst freute. Für seinen zweiten Platz sicherte sich der Oberleutnant der Bundeswehr seine erste ganz satte Prämie: 30 000 Dollar. "Ich richte mir gerade eine neue Wohnung ein, da kann man viel reinstecken." Vom Marathon-Mann zum 400-m-Läufer
Vor drei Jahren lief Schultz noch den Hamburg-Marathon, erst dann begann der 26-Jährige mit dem Leistungssport. Für 1999 hatte er die Teilnahme an deutschen Meisterschaften als bescheidenes Ziel - und wurde gleich Sechster. Im Winter darauf fand sich der Schützling von Trainer Jürgen Krempin zum ersten Mal bei einer internationalen Meisterschaft auf dem Treppchen wieder: Bei der Hallen-EM in Gent gewann Schultz Silber. Weil der Zwei-Meter-Hüne in keinem Kader des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) und damit nicht ins Dopingkontrollsystem eingebunden war, hatte er vor zwei Jahren trotz gültiger Qualifikationszeit nicht mit zur WM nach Sevilla gedurft. Doch das machte Schultz nicht so viel aus, da er zeitgleich ohnehin ein Praktikum in den USA geplant hatte. Sein WM-Debüt lieferte der Sprinter jetzt in Kanada mit Glanz und Gloria ab: Zum ersten Mal seit Thomas Schönlebes WM-Triumph 1987 in Rom stand wieder ein deutscher Viertelmeiler auf dem Treppchen. Ulrike John, dpa |
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Zuletzt geändert am 7. August 2001 10:12 von tea |
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