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Vorstellung des neuen Borussia-Trainers:

Meyer setzt auf "Alpen-Bomber" Polster

Mönchengladbach - Der neue Trainer hat den alten Streit beigelegt: Hans Meyer setzt bei Fußball-Zweitligist Borussia Mönchengladbach im Gegensatz zu seinem Vorgänger Rainer Bonhof wieder verstärkt auf "Alpen-Bomber" Toni Polster.

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Als neuer Trainer zeigt Hans Meyer seit Dienstag mit
sicherer Hand im Stadion am Bökelberg die Richtung an.

"Wenn ich mir einen von 26 Spielern aussuchen würde, mit dem ich ein Bier trinken würde, dann ist das mit Sicherheit Toni. Er ist ein netter Kerl", sagte der 56 Jahre alte Coach bei seiner Vorstellung am Dienstagvormittag auf dem Bökelberg.

Er ist zwölfter Trainer

Der Österreicher Polster (35), der mit dem vor einer Woche nach drei Auftaktpleiten im Fußball-Unterhaus zurückgetreten Bonhof ständig im Clinch lag, soll die Borussia beim Debüt des einstigen Erfolgs-Coaches des FC Carl Zeiss Jena am Samstag im Heimspiel gegen Aufsteiger Alemannia Aachen zum ersten Erfolgserlebnis in dieser Saison schießen.

Meyer ist zwölfte Trainer beim niederrheinischen Traditionsklub seit dem Bundesliga-Aufstieg 1965 unter dem legendären Hennes Weisweiler. Seine vordinglichste Aufgabe sieht der konsequente Fußballehrer darin, den krisengeschüttelten fünfmaligen deutschen Meister so schnell wie möglich aus dem Tabellenkeller zu führen. Auf die Frage, ob der direkte Wiederaufstieg der Borussia nach dem Fehlstart und dem Sturz auf den letzten Platz noch ein Thema sei, konterte der neue Borussen-Coach: "Ihr habt einen pessismistischen Trainer erhalten."

Für gutes Geld entsprechende Leistung bringen

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Hans Meyer verzieht bei seiner ersten Pressekonferenz als
neuer Trainer von Borussia Mönchengladbach das Gesicht.

Meyer selbst bezeichnete sich bei der Vorstellung als "Kommunist". "Bis 1990 habe ich nicht für Geld, sondern für den Sozialismus gearbeitet. Ich bin von Hause aus Kommunist und Kommunisten sind immer arm. Bei meinem Vertrag habe ich auch an meine ökonomische Zukunft gedacht. Aber ich werde versuchen, für das gute Geld, das ich hier verdiene, gute Arbeit zu leisten", erklärte er.

Der neue Hoffnungsträger der "Fohlen" freut sich auf die Aufgabe am Bökelberg. "Es ist eine Herausforderung, für einen Klub mit dieser Tradition zu arbeiten. Ich weiss, dass die Mannschaft besser ist, als wir derzeit stehen", erklärte der Coach, der beim niederländischen Ehrendivisionär FC Twente Enschede seinen bis 30. Juni 2000 laufenden Vertrag im Einvernehmen mit dem Klub-Verantwortlichen kündigte und am Dienstag bei Borussia einen Kontrakt bis zum 30. Juni 2001 unterzeichnete.

MG-Präsident war über den Vertragsabschluß erleichtert

MG-Präsident Wilfried Jacobs, der sich bei der Trainersuche zahlreiche Absagen von Klaus Augenthaler (Grazer AK), Joachim Löw (zuletzt Fenerbahce Istanbul), Armin Veh (SSV Reutlingen) oder Horst Ehrmantraut (zur Zeit arbeitlos) eingehandelt hatte, war erleichtert: "Meyer stand seit Jahren auf der Wunschliste der Borussia. Wir haben intensiv um ihn gekämpft. Heute scheint die Sonne, vielleicht ist das ein gutes Omen."

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Bevor Meyer nach Holland ging, war
er beim Chemnitzer FC unter Vertrag.

Der beurlaubte Manager Rolf Rüssmann wollte Meyer schon Anfang 1997 nach der Trennung von Bernd Krauss nach Gladbach verpflichten, doch damals verweigerte Twente ihm die Freigabe. Ex-Bundestrainer Berti Vogts, Aufsichtsratglied bei der Borussia, begrüsste die Verpflichtung von Meyer und erklärte im Kölner Express: "Eine sehr vernünftige Lösung, Meyer arbeitet sehr solide und ist darüber hinaus ein absoluter Fußballfachmann. Seine Aufgabe ist es, die nötigen Siege zu landen und die Köpfe der Spieler frei zu machen."

"Mister Europacup des Ostens"

Meyer kommt mit sehr guten Referenzen nach Gladbach. Er ist seit 28 Jahren Cheftrainer, von 1971 bis 1983 beim FC Carl Zeiss Jena, von 1984 bis 1987 bei Rot-Weiß Erfurt, von 1988 bis 1993 beim Chemnitzer FC und seit 1996 beim FC Twente. Meyer wurde mit Jena dreimal DDR-Pokalsieger (1972, 1974, 1890 und fünfmal Vizemeister).

Er gilt als "Mister Europacup des Ostens". Meyer saß bei 65 Europapokalspielen auf der Bank des "Optiker"-Klubs aus Jena, den er als größten Erfolg 1981 ins Europacup-Endspiel der Pokalsieger in Düsseldorf gegen Dynamo Tiflis (1:2) geführt hatte.

Von Jürgen Scheer, sid - Fotos: dpa

Geändert am 7. September 1999 15:52 von ahappe
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