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Nürburgring ist drittes "Heimspiel" ohne den Ferrari-Star

"Brauchen gesunden Schumi für 2000"

Nürburgring - Michael Schumachers Absage für den Großen Preis von Europa auf dem Nürburgring ist für die Veranstalter kein Beinbruch.

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Schon Monza mußte der Ferrari-Pilot
vergangenen Mittwoch traurig absagen.

Obwohl der verletzte Ferrari-Star am 26. September in der Eifel fehlen wird und damit auch sein drittes "Heimspiel" nach Hockenheim und Spa verpasst, rechnet Dr. Walter Kafitz, Geschäftsführer der Nürburgring GmbH, mit einem vollen Haus.

Rennen so gut wie ausverkauft

"In sportlicher Hinsicht trifft uns die Absage schon hart, und es wäre uns natürlich lieber, wenn Michael Schumacher bei uns fahren würde. Wirtschaftlich hat es aber keine Auswirkungen. Das Rennwochenende ist so gut wie ausverkauft, und es hat noch niemand seine Karte zurückgegeben", sagt Kafitz. Nach dem Aufbau zweier Zusatztribünen sind noch rund 2.000 Karten erhältlich (zwischen 290 und 360 Mark), das Gesamtfassungsvermögen klettert dadurch auf 142.000 Plätze.

Schumacher, der bei seinem schweren Unfall am 11. Juli in Silverstone einen Schien- und Wadenbeinbruch erlitten hatte, musste seine Comebackpläne nach misslungenen Testfahrten in der vorigen Woche in Monza zurückstellen. "Ich brauche aus heutiger Sicht noch etwa vier Wochen, bis ich wieder mein gewohntes Training aufnehmen kann", erklärte Schumacher nach einer Routine-Untersuchung am Sonntag.

Ob Schumacher dieses Jahr noch einmal fährt, ist offen

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Das Ferrari-rote Banner können die Fans möglicherweise
bis zur kommenden Saison im Schrank einmotten.

Schon am vorigen Mittwoch, als bei den Tests in Monza starke Schmerzen im lädierten rechten Bein aufgetreten waren, hatte der zweimalige Weltmeister die Rückkehr beim Großen Preis von Italien am Sonntag abgesagt und einen Start auf dem Nürburgring ausgeschlossen.

Ob er überhaupt in diesem Jahr noch einmal ins Auto steigt, ist derzeit offen. "Wir brauchen einen gesunden Schumacher für 2000", sagte Ferrari-Technikchef Ross Brawn der Fachzeitung auto, motor und sport: "Wenn er sich jetzt von Test zu Test quält, besteht die Gefahr, dass er die Probleme mit dem Bein verschleppt und sich Folgeschäden einhandelt."

Die Formel 1 ist nicht von einzelnen Personen abhängig

"Sollte Schumacher auch im nächsten Jahr nicht dabei sein, könnte das natürlich schon Auswirkungen haben, schließlich ist er unser bestes Zugpferd", meinte Kafitz: "Aber anders als vielleicht im Tennis, wo nach den Rücktritten von Steffi Graf und Boris Becker das Interesse nachlässt, ist die Formel 1 nicht nur von einzelnen Personen abhängig."

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Ferrari-Chef Luca Cordero Di Montezemolo mit
Schumacher, der in Monza einige Proberunden drehte.

Die Zukunft des PS-Zirkus in der Eifel ist unabhängig von Schumacher langfristig gesichert. In diesem Frühjahr wurde der bis 2001 laufende Vertrag mit Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone vorzeitig bis ins Jahr 2004 verlängert. Das gibt den Rennstreckenbetreibern die nötige Planungssicherheit, um in den nächsten beiden Jahren insgesamt rund 30 Millionen Mark in die Verbesserung des 1984 eröffneten Grand-Prix-Kurses zu investieren.


Nach der Saison rollen in der Eifel die Bagger an

Unmittelbar nach dieser Rennsaison rollen die Bagger an, die Boxenanlage wird zu zwei Drittel abgerissen und bis zum nächsten Frühjahr mit mehr Platz für Teams und Sponsoren neu gebaut. Nach der Saisoneröffnung beim Eifelrennen wird der Formel-1-GP, der im nächsten Jahr bereits im Mai stattfinden soll, die Feuertaufe für die neue Anlage sein. Im Winter 2000 werden das letzte Boxen-Drittel, das Start-Ziel-Haus und das Pressezentrum völlig umgebaut.

"Damit verfügen wir dann wieder über eine der modernsten Rennstrecken der Welt und können unsere Stellung im Wettbewerb mit anderen Strecken behaupten", erklärt Kafitz. Vor allem die strukturschwache Eifelregion wird sich freuen, denn ein einziges Formel-1-Wochenende beschert der Region Einnahmen von rund 120 Millionen Mark.

Von Thomas Straka, sid - Fotos: AP, dpa

Geändert am 7. September 1999 16:52 von ahappe
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