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  • Marcel Wüst: der Star, den keiner kennt
  • Wüst nicht zu stoppen: Zweiter Etappensieg in Folge

    Mit letzter Kraft nach vorn geschoben

    Fuenlabrada - Der 32-jährige Marcel Wüst aus Köln hat bei der Spanienrundfahrt erneut zugeschlagen.

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    Jetzt auch in der Gesamtwertung vorn: Marcel Wüst.

    Der Kölner Festina-Fahrer sicherte sich am Dienstag die 3. Etappe der Vuelta von La Roda nach Fuenlabrade über 230 km und kam damit schon zum zweiten Erfolg nach seinem Spurtsieg vom Vortag. In der Gesamtwertung hat Wüst mit neun Sekunden Vorsprung die Führung vor dem Australier Robbie McEwen übernommen. Für Wüst war es bereits der zehnte Tagessieg bei der Vuelta, sein insgesamt 81. Erfolg als Radprofi.

    Von Telekom profitiert

    Wie schon am Montag profitierte der erfahrene Wüst erneut von der Mannschafts-Arbeit des Telekom-Teams in der Schluss-Phase. Danilo Hondo (Cottbus) hatte auf dem letzten Kilometer die Arbeit für den Italiener Giovanni Lombardi gemacht, um diesen in die beste Ausgangsposition für den Sprint zu bringen. Doch auf den letzten Metern schob sich Wüst noch vorbei und verwies Lombardi auf Rang zwei. "Ich bin froh, dass Telekom diesmal mit einer starken Mannschaft um Jan Ullrich hier dabei ist", hatte Wüst schon vor dem Start der Vuelta gesagt. "Dann nimmt man zu Hause vielleicht auch mehr von mir Notiz."

    Alleingang von Nieto gestoppt

    Das Feld ehrte auf der längsten Etappe der Rundfahrt auf besondere Weise den im Juni tödlich verunglückten Spanier Manuel Sanroma. Schon vom 35. Kilometer an gestatteten die 182 im Rennen verbliebenen Fahrer Sanromas Landsmann und Teamgefährten German Nieto einen beeindruckenden Alleingang. Der 26-Jährige aus dem kleinen spanischen Team aus dem Zielort Fuenlabrada, einem Ort unweit von Madrid, fuhr mit teilweise mehr als 20 Minuten allein vor dem Feld, das ihn dabei fast 190 km lang unbehelligt agieren ließ. Nieto wollte so seinen ehemaligen Teamgefährten ehren, der bei der Katalonien- Rundfahrt auf der 2. Etappe gut 1 000 m vor dem Ziel gestürzt war und sich dabei einen Genickbruch zugezogen hatte. Vor dem Start hatten die Vuelta-Organisatoren in Anwesenheit seiner Eltern eine Ehrung für den Verunglückten vorgenommen, dem sich das Feld auf diese Art und Weise anschloss.

    Rabobank sorgte für Tempo

    Erst rund 40 km vor dem Tagesziel hatten dann auch die Verfolger ernst gemacht und die Jagd auf den Ausreißer eröffnet. Vor allem die Fahrer des niederländischen Teams Rabobank um den sprintstarken McEwan machten das Tempo. Sieben Kilometer vor dem Ziel war der Spanier nach seinem langen Solo gestellt, die Kontrahenten klopften ihm noch anerkennend auf die Schulter, dann zog der Express vorbei. Nieto erreichte abgeschlagen als Solist das Ziel.

    Telekom-Angebot für Camenzind

    Während der Etappe bestätigte der zweite Sportliche Leiter des Teams Telekom, dass es für die kommende Saison Gespräche mit dem Straßen-Weltmeister Oscar Camenzind (Schweiz) über einen Wechsel zum Bonner Rennstall gäbe. "Ich kann einen Wechsel noch nicht bestätigen, aber wir haben ihm ein Angebot gemacht, mit dem Camenzind einverstanden war. Jetzt muss er noch mit seinen Sponsoren sprechen", sagte Pevenage. Der Weltmeister hat auch Angebote von anderen Teams, darunter auch von seiner jetzigen Mannschaft Lampre.

    dpa, Foto: Reuters

    Geändert am 7. September 1999 18:05 von sab
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