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Golden-League-Meeting: El Guerrouj setzt den GlanzpunktGoldregen und ein neuer WeltrekordBerlin - Erst entlud sich über den Jackpot-Gewinnern Wilson Kipketer und Gabriela Szabo ein riesiger Goldregen über dem Rasen des Berliner Olympiastadions, dann brannte Hicham El Guerrouj sein sportliches Feuerwerk ab.
Der 2.000-m-Weltrekord des Marokkaners war der gelungene Abschluss des Golden-League-Finals. Und das gefeierte Trio schmiedete schon vor dem nächsten Zahltag am Samstag bei dem mit 3,388 Millionen Dollar dotierten Münchner Grand-Prix-Finale Pläne für das jeweils noch fehlende Olympiagold. Alle sieben Rennen gewonnen"Das ist für mich das Wichtigste", sagte El Guerrouj, der wie Szabo alle sieben Saisonrennen der Golden League gewinnen konnte. Der 1.500-m-Weltmeister will nun auf seiner Spezialstrecke unbedingt als erster unter 3:25 Minuten bleiben und nach Olympia auch die beiden noch fehlenden Bestmarken über drei und fünf Kilometer attackieren. "Ich will alle Weltrekorde von 1.500 m bis 5.000 m besitzen. Die 2.000 m sind für mich dabei nicht weniger wichtig", verkündete der frühere Fußball-Torwart.
Zahltag für SzaboDer verdiente Lohn von 50.000 Dollar nahm sich gegen die jeweils halbe Million für Wilson Kipketer und Gabriela Szabo eher bescheiden aus. Beide kassierten umgerechnet 900.000 Mark, aber sie versicherten, Geld spiele eine untergeordnete Rolle. "Nach meiner Malariaerkrankung im letzten Jahr bedeutet mir der Gesamtsieg sehr viel, weil ich wieder bei Null anfangen musste", sagte 800-m-Weltmeister Kipketer, der sich nun langfristig für Sydney vorbereiten möchte. Mikitenko lief deutschen RekordSportlich wertvoller als die 1:44,04 Minuten des in Dänemark lebenden Kenianers waren die 14:40,59 Minuten von Gabriela Szabo über die 5.000 m. Der 1,55 m kleine und nur 42 Kilogramm leichte Lauffloh aus Transsylvanien sorgte für eine Jahres-Weltbestzeit und zog die drittplazierte Frankfurterin Irina Mikitenko (bisher 14:50,17) zum deutschen Rekord von 14:42,03 Minuten. "Ich habe nicht geglaubt, dass ich sieben Rennen gewinnen kann. Im nächsten Jahr ist Sydney für mich die absolute Nummer eins", meinte Weltmeisterin Szabo, die einen Teil der Prämie dem Kinderhilfswerk Unicef und einem Kinderprojekt in Rumänien stiften will.
Kreissig überraschteZwei Wochen zu spät in Form kam Lars Riedel. Der entthronte Diskus-Weltmeister aus Chemnitz schlug in 68,41 m alle WM-Konkurrenten. Kugelstoßerin Astrid Kumbernuss mit 19,53 m und Diskuswerferin Franka Dietzsch (beide Neubrandenburg) mit 66,60 m waren wie in Sevilla das Maß der Dinge. Den vierten deutschen Sieg, ebenfalls mit 7.500 Dollar belohnt, steuerte statt des Berliner WM-Dritten Martin Buß im Hochsprung Wolfgang Kreissig (Mannheim) mit 2,32 m bei. Olympiasieger Dieter Baumann (Leverkusen), der wegen seines Trainingsrückstandes auf die WM verzichtet hatte und nun in 13:02,63 Minuten (Neunter) die zweitschnellste Saisonzeit eines Europäers lief, stellte zufrieden fest: "Jetzt kann ich beruhigt in Urlaub fahren." Von Robert Semmler, sid - Fotos: AP, Reuters, dpa
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| Geändert am 8. September 1999 14:21 von sab | |||||||||||||