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Formel 1: Vor dem Großen Preis von Italien in Monza:Streicheleinheiten für Eddie IrvineMonza - Letzte Hoffnung Eddie Irvine: Nach dem geplatzen Comeback von Superstar Michael Schumacher wird der Nordire mit Streichel-Einheiten und moralischer Unterstützung vor dem Großen Preis von Italien in Monza aufgebaut, um den Kampf um den WM-Titel gegen "Silberpfeil" Mika Häkkinen offen zu halten.
"Eddie wird unterschätzt, vor allem von den Leuten, die mir seit drei Jahren einreden wollen, dass ich ihn rausschmeißen soll. Schumacher wäre nicht so gut, wenn er keine Herausforderung im Team hätte. Er braucht einen, der ihn an seine Grenzen treibt", sagte Teamchef Jean Todt in einem Interview der Fachzeitung auto, motor und sport. Auch Tifosi wollen helfenAuch die Tifosi wollen dem Briten helfen. Mit einem 50 Meter langen Plakat soll Irvine im königlichen Park von Monza empfangen und moralisch aufgerüstet werden. Und der 33-Jährige, der vor dem 13. von 16 WM-Läufen am Sonntag (14.00 Uhr/live bei RTL und DF1) nur einen Punkt hinter Häkkinen auf Platz zwei liegt (59:60), ist begeistert von der Idee, die Stationen seiner Karriere auf ein Transparent zu bannen.
Todt: Keine VorliebenDerweil wies Jean Todt Vorwürfe, er habe sich über Irvines Siege nach Schumachers Ausfall nicht gefreut, zurück: "Für Ferrari ist es wichtig, dass einer unserer Fahrer den Titel holt. Da gibt es keine Vorlieben. Innerlich haben mich Eddies Siege sehr gefreut. Sie waren der einzige Lichtblick in einer Zeit, in der wir wegen des Silverstone-Unfalls angeschlagen waren. Seit diesem Unfall fällt mir das Lachen schwerer. Wie soll ich feiern, wenn ich weiß, dass einer meiner Fahrer mit einem Beinbruch im Krankenbett liegt? Ich habe kein selektives Gedächtnis, das mich Silverstone vergessen lässt", sagte der 53-Jährige. Persönlich habe er zwar weniger Gemeinsamkeiten mit dem Nordiren als mit Schumacher. "Eddie hat keine Familie, sucht sich Models als Freundinnen und geht gerne in Discos. Das ist nicht meine Welt. Ich mag Eddie trotzdem. Sonst hätte ich ihn nicht ständig gegen die Kritiker verteidigt, die seinen Kopf fordern", meinte Todt. Irvine will kein Wasserträger mehr sein
Am Saisonende wird die Ehe Irvine-Ferrari dennoch geschieden. Die Italiener holten den Brasilianer Rubens Barrichello als neuen Schumi-Kollegen, Irvine wird dafür wohl die Nummer eins im in Jaguar umgetauften Stewart-Ford-Team. "Wenn ich noch länger bei Ferrari geblieben wäre, hätte ich mein Gesicht verloren", meinte Irvine, der nach drei Jahren als "Wasserträger" sich nun selbst die WM-Krone schnappen will. Silberpfeile in Schach haltenDafür müsste Irvine auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Monza aber die favorisierten Silberpfeile in Schach halten, die zuletzt in Spa sich sogar den Luxus erlauben konnten, auf eine Stallorder zu verzichten und im Schotten David Coulthard den falschen Fahrer gewinnen zu lassen. Ob ein neuer Heckflügel und ein Qualifikationsmotor mit fünf PS mehr aber reichen, um den Vorsprung von McLaren-Mercedes aufzuholen, ist allerdings fraglich. Der Unterstützung der italienischen Fans kann er gewiss sein. Auch ohne "Schumi", der im Vorjahr durch seinen Sieg vor Irvine die Fans in einen kollektiven Jubel stürzte, ist das Rennen ausverkauft. Am Sonntag werden 150.000 Fans in Monza erwartet, um diesmal Irvine die Daumen zu drücken und den insgesamt 13. Ferrari-Heimsieg zu bejubeln. Schumi II macht FortschritteRalph Schumacher hatte zuletzt mit seinem Williams deutliche Fortschritte gemacht. In Spa musste ihn Ferrari-Pilot Salo schon von einem möglichen Angriff auf Irvine abblocken, bei den Testfahrten in der vorigen Woche in Monza lief der Williams ebenfalls sehr gut. Vielleicht kann "Schumi II" ja am Sonntag an seine Leistung aus dem Vorjahr anknüpfen. Da stand er als Dritter gemeinsam mit Bruder Michael auf dem Podest. Von Thomas Straka, sid - Fotos, Graphik: Reuters, dpa
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| Geändert am 8. September 1999 13:07 von sab | ||||||||||